Geburt und Zuchttauglichkeit

Einer kann nötig sein. Nach dem zweiten ist Schluss.

Über Kaiserschnitte bei Hündinnen wird selten gesprochen, und wenn, dann als medizinisches Detail. Tatsächlich ist es eine der klarsten Regeln in einem Qualzucht-Präventionsprogramm — und eine, die ausschließlich die Hündin schützt.

Eine weiße Hündin liegt ruhig auf einer sauberen Decke, ihre neugeborenen Welpen trinken bei ihr.
Was am Ende zu sehen ist, sagt nichts darüber, wie es dorthin gekommen ist.

Was ein Kaiserschnitt ist

Kein Eingriff nebenbei, sondern eine Bauchoperation unter Vollnarkose. Die Hündin wird narkotisiert und beatmet, die Bauchdecke und die Gebärmutter werden eröffnet, die Welpen einzeln entnommen und von einem zweiten Team versorgt. Danach folgt eine Naht, die heilen muss, während die Hündin ihren Wurf säugt.

Das gelingt in aller Regel gut. Es bleibt trotzdem das, was es ist: ein schwerer Eingriff, mit dem jedes Mal ein Narkoserisiko und eine Wundheilung verbunden sind. Genau so steht es auch in der Begründung, mit der die Präventionsprogramme ihre Grenze ziehen.

Die Regel

Sie ist kurz und lässt sich nicht auslegen:

1

Ein Kaiserschnitt kann im Einzelfall nötig sein: eine Wehenschwäche, ein einzelner sehr großer Welpe, eine Fehllage. Das ist Tiermedizin und kein Zuchtfehler.

2

Nach dem zweiten Kaiserschnitt endet die Zuchtlaufbahn dieser Hündin. Nicht als Strafe für den Züchter, sondern weil ein drittes Mal ihr nicht mehr zuzumuten ist.

Was dabei geschieht

Der Eingriff, in drei Bildern

Diese Bilder stehen hier, weil sich die Regel sonst nach Bürokratie anhört. Sie ist keine. Sie beschreibt das hier — und zwar zweimal, bevor Schluss ist.

Ein kleiner weißer Hund liegt narkotisiert in Rückenlage auf dem Operationstisch, die Pfoten fixiert, über dem Körper ein steriles grünes Tuch, daneben Narkosegerät und Personal.
Rückenlage, fixierte Pfoten, Beatmung, Überwachung. So beginnt jeder Kaiserschnitt.
Eine Tierarzthelferin in Kittel und Maske hält einen neugeborenen Welpen in einem Tuch und reibt ihn vorsichtig ab.
Dafür ist er nötig gewesen. Das ändert nichts daran, was er die Mutter kostet.
Eine kleine weiße Hündin schläft auf einer weichen Decke in einer Aufwachbox, am Bauch eine frisch genähte Naht sichtbar.
Danach: Aufwachen, Naht, Wundheilung — und gleichzeitig ein Wurf, der versorgt werden will.

Nicht nur eine Frage der Größe

In den Programmen, die uns vorliegen, ist diese Regel bei den kleinen Rassen ausdrücklich festgeschrieben; bei ihnen kommt außerdem eine Untergrenze für das Gewicht der Zuchthündin dazu. Das heißt nicht, dass größere Rassen keine Geburtsprobleme kennen — sie kennen sie sehr wohl.

Es heißt nur, wo eine Vorgabe ausdrücklich niedergeschrieben ist. Aus dem Fehlen einer Regel folgt nie das Fehlen eines Problems.

Eine kleine Hündin steht im Profil vor hellgrünem Hintergrund, gut bemuskelt und aufmerksam.
Je kleiner die Hündin, desto enger das Verhältnis zwischen ihr und dem, was sie trägt.

Die Grenze schützt kein Zuchtziel. Sie schützt eine Hündin, die nicht gefragt werden kann.

Diese Grenze liegt nicht in der Hand des Züchters

ZEUS ist ein Qualzucht-Präventionsprogramm für Züchterinnen und Züchter. Bevor eine Hündin belegt werden darf, braucht sie ihre Zuchttauglichkeit — und diese Prüfung endet, wenn die Grenze erreicht ist. Der Züchter kann sie nicht übergehen, weil die Bestätigung nicht bei ihm liegt, sondern in der Heimtierdatenbank beim Tier.

Für Sie als Käuferin oder Käufer heißt das: Sie müssen danach nicht fragen. Das Qualzuchtpräventions­zertifikat des Welpen setzt voraus, dass beide Elterntiere zuchttauglich waren. Zu jedem Zertifikat gehört ein Kontrollcode, den Sie auf der ZEUS-Website eintippen. Für Sie kostenlos.

Zertifikat prüfen
ZEUS-Siegel Zuchttauglich — Approved for Breeding
Was hier zur Debatte steht, ist dieses Siegel: Es gehört der Hündin, nicht ihrem Wurf, und nach dem zweiten Kaiserschnitt gibt es kein neues mehr. Solange beide Elterntiere es haben, ist der Weg zum qualzuchtfreien Zertifikat des Welpen offen.

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